Kunstpalast Düsseldorf

architekt: Wilhelm Kreis

typologie: museum

baujahr: 1927

interview partner: Felix Krämer

Beschreiben Sie kurz Ihren Ausstellungsraum.

Ein 780 qm großer Raum; der Grundriss gleicht einer Schuhbox. Deckenhöhe in der Mitte 12 m, an den Seiten 8.50 m. Keine tragenden Wände oder Stützen. Boden blau-grau lackiert. Deckenstruktur typisch Oswald Matthias Ungers - zahlreiche Quadrate. Zu- und Ausgang erfolgt über das zentrale Foyer des Museums. Alles sehr funktional.

Wie ordnen Sie die Qualität Ihrer Ausstellungsräume hinsichtlich des Grundrisses und der Lichtführung ein?

Vielleicht kein sympathischer Raum, doch zweckdienlich. Die Decke bietet sowohl die Möglichkeit, Tageslicht zu simulieren, als auch mit Spots zu arbeiten. Auch der offene Grundriss ermöglicht große Flexibilität - sofern das Budget es zulässt.

Inwiefern spielt die Entstehungsgeschichte der Räume eine Rolle bei der Kuration?

Hier keine. Jede Ausstellung erzählt ihre eigene Geschichte. Wie beim Verfassen eines Buches geht es für mich zunächst nur um den Inhalt. Erst im zweiten Schritt spielt die Form der Präsentation eine Rolle. Mein Job ist es, diese Geschichte bestmöglich zu vermitteln und als Ausstellung mit Objekten erlebbar zu machen. Ich kenne nur wenige Ausstellungsorte, deren Geschichte so prägend ist, dass der Bau eine bewusste inhaltliche Reaktion einfordert; siehe etwa den Deutschen Pavillon in Venedig.

Welche Herausforderungen stellen Ihre Räume an Sie? Wie gehen Sie mit diesen um?

Der diskrete Charme der Kiste ist eine Chance, die man nutzen kann. Vor jedem Ausstellungsprojekt die gleiche Frage: Wie wollen wir unsere Gäste empfangen, wie ist die Stimmung, wie soll die Raumführung sein, in welchem Verhältnis stehen Objekte und gebauter Raum zueinander? Wie ist der Charakter: Laut, leise, nachdenklich, verspielt, einladend oder vielleicht sogar bewusst abgehoben? Alles ist möglich.

Welche Rolle spielt räumliche Flexibilität in Ihren Kurationen?

Für mich spielt das eine große Rolle. Es gibt zwar Beschränkungen - doch vor allem gibt es viele Freiheiten. Wie bei einem Buch, zählen neben dem Inhalt, der Geschichte und den Abbildungen, auch alle anderen Elemente. Ist das Papier rau oder glatt, dünn oder dick, wie ist das Schriftbild? Solche Fragen stellen sich auch beim Kuratieren. Wie ist die Beleuchtung, die Hängehöhe? Wie ist der Abstand zwischen den Objekten, welche Rolle nimmt das Publikum ein? Ist der Grundriss geführt oder offen? Wie ist der Boden, die Oberfläche der Wände, die Licht- und Wandfarbe? Gibt es Erläuterungen, wenn ja, wo und in welcher Form... So viele offene Fragen.

 
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Sammlung Philara