Kunstakademie Düsseldorf

architekt: Hermann Riffart

typologie: hochschule

baujahr: 1879

interview partner: Tassilo Lantermann

Beschreiben Sie kurz Ihren Ausstellungsraum.

Die Bildhauer-Klasse von Prof. Thomas Grünfeld hat zwei Ausstellungsräume im Erdgeschoss der Kunstakademie Düsseldorf - einen 90 qm großen Raum und einen 60 qm großen Raum auf der gegenüberliegenden Seite des Flurs. Beide Räume sind weiß gestrichen und haben 7 m hohe Decken.

Der große Raum ist nahezu quadratisch und grau gefliest. Es gibt ein Fenster Richtung Süden gegenüber der Eingangstür, sowie ein zweites nach Westen ausgerichtetes Fenster. Der kleine Raum ist rechteckig, hat einen Terrazzo-Boden und ein nach Norden ausgerichtetes Fenster. In der rechten Wand befindet sich im kleinen Raum eine bodentiefe Nische im Format der Rundbogenfenster. Die andere Besonderheit dieses Raumes ist eine Empore über dem Eingangsbereich.

Wie ordnen Sie die Qualität Ihrer Ausstellungsräume hinsichtlich des Grundrisses und der Lichtführung ein?

Der große Raum ist einer der wenigen im Mittelrisalit der Kunstakademie Düsseldorf gelegenen Räume. Durch die zwei großen Fenster nach Süden und Westen, hat der Raum über den Tag direkte Sonneneinstrahlung und ist dadurch besonders hell. Mit seinem fast quadratischen Grundriss und seiner unverbauten Offenheit, hat er etwas Schonungsloses, etwas Kompromissloses. Jede Arbeit muss sich zwangsläufig allen anderen Arbeiten im Raum gegenüber behaupten.

Durch sein sanftes, diffuses Nordlicht hat der kleine Raum hingegen etwas wohlwollend Beschützendes. Die Arbeiten stehen hier eher für sich und müssen nicht so stark in Konkurrenz miteinander treten. Die zweite Ebene eröffnet außerdem einen neuen Blick von oben auf die unten gezeigten Arbeiten.

Inwiefern spielt die Entstehungsgeschichte der Räume eine Rolle bei der Kuration?

Die Entstehungsgeschichte spielt vor allem im kleinen Raum eine Rolle. Früher waren alle Räume der Nordseite im Erdgeschoss der Kunstakademie Düsseldorf miteinander verbunden. Als Bildhauer schob man sein Werkstück auf Schienen von Werkstatt zu Werkstatt und die fertige Arbeit dann zum Haupteingagn hinaus. Die fenstergroße Nische in der rechten Wand des kleinen Klassenraums ist einer dieser zugemauerten Durchgänge des alten Grundrisses. Wir nutzen diese Nische vor allem bei Abschlüssen, um eine einzelne Arbeit besonders zu exponieren.

Welche Herausforderungen stellen Ihre Räume an Sie? Wie gehen Sie mit diesen um?

Unsere große Herausforderung ist, dass die Räume übers Jahr als Ateliers genutzt werden. Zweimal im Jahr, zum Winter- und Sommerrundgang, werden die Ateliers dann zu Ausstellungsräumen. Wenn wir, wie meistens, in beiden Räumen ausstellen, ist es ein großer logistischer Aufwand binnen weniger Vorbereitungstage alle einzelnen, vorwiegend Bildhauerarbeitsplätze auszuräumen, eine Gruppenausstellung der entstandenen Werke zusammenzustellen und nach zwei Wochen alles weider einzuräumen.

Welche Rolle spielt räumliche Flexibilität in Ihren Kurationen?

Räumliche Flexibilität spielt bei uns kaum eine Rolle, da wir auf Grund der knappen Zeitfenster vor den Rundgängen die Räume nicht wirklich verändern können. Wir überlegen uns je nachdem, was über das Semester erarbeitet wurde, ob wir einen Abschluss zeigen oder eher gemeinsame Ausstellungskonzepte, wie im Oktober 2021, als alle Werke eng gedrängt ausschließlich an der linken Wand des großen Raumes gezeigt wurden. Unsere Flexibilität ist es zu entscheiden, wer in welchem Raum ausstellt.

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Linn Lühn