Schönewald

architektin: Annabelle Selldorf

typologie: galerie

baujahr: 1999

interview partner: Ulla Gansfort

Beschreiben Sie kurz Ihren Ausstellungsraum.

Schönewald hat 2006 die hydraulische Fabrik Hilfreich in Flingern-Nord, Düsseldorf, erworben. Mit der Architektin Annabelle Selldorf als künstlerische Oberleiterin und Steves & Borsum als ausführende Architekt*innen wurde diese für einen Kunsthandel und Galerie in Ausstellungsräume mit Funktionsräumen wie Private Viewing Room, Bibliothek, Büros, Teeküche und sanitäre Einheiten umgebaut.

Die Deckenhöhen variieren von 4.50 m bis 5.80 m. Die einzelnen Räume werden durch 4 m hohe Schiebetüren bedient. Das Tageslicht wird durch abgehangene Lichtbänder im Dach gestreut. Diese entsprechen der ursprünglichen Lichtführung, so wie der gesamte Gebäudeumriss inklusive Glasfront im Eingangsbereich, Wintergarten im Querriegel und Vordach im Hof. Türachsen spielten von Beginn an eine große Rolle. Die Wände sind weiß verputzt, der Boden in einem hellgrauen RAL-Farbton gespachtelt, der für alle Holzeinbauten wie Bibliothek, Türen und Counter übernommen wurde. Die Räume sollten zum Verweilen einladen und die Kunst und/oder den Menschen in den Mittelpunkt rücken. Alles andere ordnet sich diesem Ansatz bis heute unter.

Wie ordnen Sie die Qualität Ihrer Ausstellungsräume hinsichtlich des Grundrisses und der Lichtführung ein?

Die zur Verfügung stehende Fläche im Gebäude war ein sehr guter Ausgangspunkt für die Unterteilung in Ausstellungs- und Funktionsraum.Die vorgegebene Bausubstanz mit der großen Fabrikationshalle, den Lichtbändern im Dach - das dadurch vorhandene Tageslicht ist optimal für die Präsentation von Kunst - der Glasfront im Eingangsbereich und dem Port im Hof waren ideal. Sie mussten lediglich modernisiert und ausgebaut werden.

Inwiefern spielt die Entstehungsgeschichte der Räume eine Rolle bei der Kuration?

Durch die vorhandene Grundfläche der ehemaligen Fabrik ergab sich die Möglichkeit drei Ausstellungsräume zu planen, die druch Schiebetüren die Größe und Kuration ener Ausstellung flexibel gestalten lassen sollten. Diese Funktionalität in Verbindung mit den abgehangenen Lichtbändern war intendiert und funktioniert ausnahmslos.

Welche Herausforderungen stellen Ihre Räume an Sie? Wie gehen Sie mit diesen um?

Künstler*innen fühlen sich druch unsere Räume herausgefordert und wollen sich mit ihren Werken an ihnen messen. Die Räume lassen kleine und große oder skulpturale Formate ästhetischer Vielfalt zu. Die Schiebetüren lassen die Größe eines Vorhabens individuell bemaßen. Ausstellungen können in die Tiefe geplant werden.

Als kommerzieller Kunstbetrieb bestehen natürliche Ansprüche an die wirtschaftliche Nutzung, die durch das Ausstellungsprogramm gewährleistet ist. Unsere Räume werden gelegentlich als Event Location angefragt, was im Rahmen unseres Ausstellungsprogramms selten positiv beschieden werden kann.

Welche Rolle spielt räumliche Flexibilität in Ihren Kurationen?

Die vorhandene räumliche Flexibilität vermittelt allen eine sehr große Freiheit. Sie ist gesetzt und spielt inden Überlegungen zur Kuration keine Rolle mehr. Beim Kauf hat die Deckenhöhe eine große Rolle gespielt. Diese ermöglicht zusätzlichen Gestaltungsspielraum. Über die aktuelle Nutzungsform und Kuration hinaus spielte eine langfristige flexible Nutzung der Ausstellungs- und den angegliederten Funktionsräumen eine sehr große Rolle.

 
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