Linn Lühn

architekt: unbekannt

typologie: galerie

baujahr: 2006

interview partner: Linn Lühn

Beschreiben Sie kurz Ihren Ausstellungsraum.

Man betritt die Galerie ebenerdig von der Birkenstraße, die Räumlichkeit besteht aus zwei klar strukturierten Räumen, die von außen nicht einsehbar sind. Der erste Raum - ein ehemaliges Ladenlokal/Kioskverkaufsraum - ist strukturiert durch einen langgestreckten Arbeitsbereich für 2 Mitarbeiter und einen Sitzbereich. Den darauf folgenden zweiten Raum - das ehemalige Getränkelager des Kiosk - betritt man über eine abschüssige Beton Rampe. Der rund 80 qm große Raum hat einen rechteckigen Grundriss mit 2 großzügigen Oberlichtern, die den Raum gleichmäßig beleuchten. Den rauen Charakter des ehemaligen Lagerraums haben wir belassen, es wurden lediglich Backsteinwände verputzt und eine Heizung eingebaut.

Wie ordnen Sie die Qualität Ihrer Ausstellungsräume hinsichtlich des Grundrisses und der Lichtführung ein?

Die Struktur der Räumlichkeit und die bewusste Entscheidung, Ausstellungen nicht von außen einsehen zu können - der Einbau einer Wand im Schaufenster dient zugleich als Ankündigungsfläche für Ausstellungen und Sichtschutz - spielte bei der Wahl der Räumlichkeit eine entscheidende Rolle. Die klare Struktur gibt der Kunst eine Plattform.

Inwiefern spielt die Entstehungsgeschichte der Räume eine Rolle bei der Kuration?

Keine.

Welche Herausforderungen stellen Ihre Räume an Sie? Wie gehen Sie mit diesen um?

Betritt man den Hauptausstellungsraum, sieht man alles auf einmal, es gibt keine versteckten Winkel oder Ecken, der erste Blick ist entscheidend für das weitere Betrachten der Ausstellung. Der erste Blick/das all at once spielt für mich eine wichtige Rolle - ob in den eigenen Räumlichkeiten, oder bei Betrachtungen grundsätzlich. Der erste Blick schwingt mit als Stimmung, er begleitet einen bei genauerem Hinsehen wie ein soundtrack druch die Ausstellung. Insofern unterliegt das Schauen einer gewissen Choreographie - der Blick auf die Fassade der Galerie, das Eintreten, die erste Begegnung, der erste Blick auf die Ausstellung und daruaffolgend (bestenfalls) die nähere Betrachtung.

Welche Rolle spielt räumliche Flexibilität in Ihren Kurationen?

Die Fragestellung stellt sich den Künstler*innen, die in der Galerie ausstellen und sich mit der Räumlichkeit auseinandersetzen. Arbeitet man über Jahre zusammen, so müssen sich die Künstler*innen immer wieder neu mit der Architektur auseinandersetzen und diese sicher auch bedingt in Bezug zu ihrer Arbeit setzen. Dies hat zu außergewöhnlichen Ausstellungen geführt, die auch für mich immer wieder den Raum von Neuem sehen lassen.

 
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