Palace

architekt: unbekannt

typologie: off-space

baujahr: 2021

interview partner: Evelyn Möcking, Christoph Görke

Beschreiben Sie kurz Ihren Ausstellungsraum.

Unser Ausstellungsraum Palace befindet sich mitten auf dem Worringer Platz und ist damit Teil des facettenreichen und heterogenen Lebenswelt des Platzes: Umgeben von Schnellrestaurants und Bier-Kneipen, neben dem Busbahnhof, Theater im Central und Tanzhaus NRW spielt der Ort eine zentrale Rolle: Der Worringer Platz ist Verkehrsinsel, ist Knotenpunkt für mehrere Straßenbahnen, ist Ballungszentrum, ist Ort des Zusammenprallens von Polaritäten und Diversitäten. Dadurch, dass Palace nicht nur das Glashaus ist, sondern auch den gesamten Platz miteinbezieht, spielt dieser eine wesentliche Rolle.

Wie ordnen Sie die Qualität Ihrer Ausstellungsräume hinsichtlich des Grundrisses und der Lichtführung ein?

Zu Palace gehört ein Glashaus, das wie ein Gewächshaus rundherum verglast ist. Insofern beeinflusst das Außen, das Licht, die Zeit die Ausstellungen enorm. Die Herausforderungen des Ausstellungsortes sind genau diese: mit der Transparenz des Glashauses umzugehen, mit der Größe des Platzes und dessen Unübersichtlichkeit. Diese Herausforderungen bringen ganz unterschiedliche Arbeiten und Ausstellungen hervor.

Inwiefern spielt die Entstehungsgeschichte der Räume eine Rolle bei der Kuration?

Für uns war der Gasthof Worringer Platz mit der Idee der Kooperationen von sozialen Räumen rund um den Worringer Platz und der gegenseitigen Annäherung ein Ansatz, den wri gerne weiterführen wollten und wollen. Wir haben den Projektraum allerdings mitten in der Coronapandemie übernommen und mussten anders starten und andere Schwerpunkte finden.

Welche Herausforderungen stellen Ihre Räume an Sie? Wie gehen Sie mit diesen um?

Wir haben zahlreiche Herausforderungen, die nicht nur der Ort, sondern auch das Glashaus mit sich bringen: Wir haben zwar Strom, aber kein Wasser im Glashaus. Wir haben kein Lager oder Keller, kein WC. Während des Auf- und Abbaus ist alles transparent, das heißt, die Präsentation hört nicht auf. Zu den Eröffnungen sind wir abhängig vom Wetter, denn diese finden immer direkt auf dem Worringer Platz statt. Dafür haben wir en sehr heterogenes Publikum. Nicht nur Laufpublikum, auch Dauergäste vom Worringer Platz sowie künstlerisch Interessierte. Durch den Ballungsort Worringer Platz müssen wir verstärkt aufpassen bezüglich Kriminalität. Dazu zählt auch Vandalismus, weshalb wir verstärkt kaputte Glasscheiben umtauschen müssen. Unsere Künstler*innen gehen sehr persönlich mit dem Ort und seinen Herausforderungen um. Alle Ausstellungen sind ortsspezifisch. Und auch wir als künstlerisch Leitende und Team von Palace lassen uns immer wieder neu auf den Ort ein.

Welche Rolle spielt räumliche Flexibilität in Ihren Kurationen?

Wir suchen nach Künstler*innen und Kulturschaffenden, die mit dem Worringer Platz auf ihre ganz persönliche Art und Weise umgehen. Dadurch entstehen Ausstellungen und Veranstaltungen, die einen neuen spezifischen Blick auf den Ort zulassen und dem Worringer Platz einen weiteren Impuls geben. Wir ermutigen unsere Künstler*innen dabei auch zum Experimentieren mit dem Ort und motivieren zu räumlichen Erweiterungen.

 
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